Europäisches Parlament beschließt Regulierung für Rating-Agenturen

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch eine Regulierung der sogenannten Rating-Agenturen beschlossen. Diese unterstanden bisher keiner Kontrolle, hatten aber wesentliche Auswirkungen auf das Funktionieren der Finanzmärkte.

Rating-Agenturen bewerten die Zahlungsfähigkeit (Bonität) von Unternehmen, Banken und sogar ganzer Staaten. Von dieser Bewertung ist abhängig, wie hoch der Zinssatz ist, den das Unternehmen, die Bank oder der Staat für Kredite bezahlen muss. Ist dieser Zinssatz zu hoch (aufgrund schlechter Bonität), so kann sich die jeweilige Organisation den Kredit meist nicht leisten. Die Folge sind Bankrotte (siehe z. B. Lehmann Brothers), aufgeschobene Investitionen, Entlassung von Mitarbeitern usw.

Bisher mussten die Agenturen nicht offenlegen, wie sie zu ihren Bewertungen kommen. Manipulationen war somit Tür und Tor geöffnet. Den Rating-Agenturen kommt laut Experten in der aktuellen Finanzmarktkrise und in der Folge auch in der aktuellen Wirtschaftskrise eine große (negative) Rolle zu. Viele sehen die Arbeit der Agenturen als Mitauslöser der Krise.

Das Beispiel der Regulierung der Rating-Agenturen zeigt eindeutig, wie wichtig eine gemeinsame europäische Politik ist. Eine einzelstaatliche Regelung hätte hier überhaupt keine Wirkung gehabt.

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