Linke Politik gegen Rechts: Methoden und Auswirkung

In der Donaustadt gibt es eine Initiative „Transdanubien gegen Schwarz-Blau“ bzw. „Weg-mit-dem-Nazidreck“, die massiv gegen den FPÖ-nahen Fußballverein Hellas Kagran mobil macht, allerdings mit unlauteren Methoden. Unter dem Vorwand von Anti-Rassismus verwendet die extreme Linke Nazi-Methoden, die den Verein massiv wirtschaftlich schädigen. Dabei könnten vor allem Kinder mit Migrationshintergrund unter die Räder kommen, also genau jene Kinder, die die linke Initiative vorgeblich schützen möchte.

Die ganze (zugegeben lange) Geschichte:

Mein Sohn spielt in einer Jugendmannschaft von Hellas Kagran. Der geneigte Leser dieses Blogs wird sich wohl wundern, warum ich das hier schreibe und was das mit Politik zu tun hat. Nun, Präsident dieses Vereins ist seit 2007 der mittlerweile zum 3. Präsidenten des Nationalrats gewählte FPÖ-Abgeordnete Dr. Martin Graf. Auch an anderen Schlüsselpositionen des Vereins sitzen FPÖ-Politiker und Burschenschafter.

Doch warum ist das so interessant? Nun, diese Frage kann ich auch nicht wirklich beantworten. In fast jedem Fußballverein Österreichs sitzen Politiker in Schlüsselpositionen, vor allem in unterklassigen Vereinen wie eben Hellas Kagran. Mein Sohn spielt übrigens schon deutlich länger bei Hellas, nämlich seit 2005. Er wechselte damals vom FC Stadlau. Hellas war 2005 ein „roter“ Verein mit Hrn. Rapp als Obmann. Hr. Rapp hat den Verein völlig überschuldet hinterlassen. Martin Graf hat den Verein konkursreif übernommen, viel privates Geld hineingesteckt und einen Sanierungskurs eingeschlagen.

Ich will hier jetzt nicht über die Weltanschauung von Martin Graf schreiben, die ja hinlänglich bekannt ist. Dass ich diese nicht teile, sollte dem geneigten Leser dieses Blogs mittlerweile klar geworden sein. Rechtes oder nationales Gedankengut sind mir absolut fremd, mein Grundwert ist der Mensch, egal welcher Hautfarbe, Herkunft oder Religion. Staaten sind für mich eine notwendige Einrichtung, damit die Menschheit verwaltbar bleibt. Mangels anderer Kriterien hat die Weltbevölkerung die Nation als wichtigstes Unterscheidungskriterium für Staaten geschaffen. Aber darum soll es hier jetzt nicht gehen.

Im September 2008 lud Martin Graf zusammen mit dem RFJ zu einem Spanferkelessen auf dem Vereinsgelände ein. Zu der Veranstaltung kam allerhand blaue Prominenz und nach dem NS-Verbotsgesetzverurteilte Wiederbeätiger . Diese Veranstaltung war ganz klar keine Vereinsveranstaltung. Sie war ursprünglich auch nicht als Wahlkampfveranstaltung gedacht, weil sie schon lange vor den doch überraschend beschlossenen Nationalratswahl geplant wurde. Aufgrund des nahenden Wahltermins ist dieses Spanferkelessen dann natürlich stark vom Wahlkampf beeinflusst worden.

Gleichzeitig mit der Veranstaltung trainierten auch einige Mannschaften, darunter auch die Frauenmannschaft des Hellas Kagran. Mitglied der Frauenmannschaften waren zum damaligen Zeitpunkt auch Kandidatinnen der Sozialistischen Linkspartei (SLP), einer linksextremen Gruppierung, die auch für die Nationalratswahlen kandidierte, aber keinen nennenswerten Stimmenanteil erhielt, nämlich Margarita Döller, Lucia Döller und Irene Müll. Diese Frauen fühlten sich durch die gleichzeitig stattfindende, sehr nationale Veranstaltung im Training gestört und brachen das Training aus Protest ab.

Ebenfalls zeitgleich mit der Veranstaltung fand ein Elternabend der Mannschaft meines Sohnes statt. Während in der Kantine die Eltern vom Trainer informiert wurden, spielten die Kinder draußen inmitten der FPÖ-Parteiveranstaltung. Dass das vielen Eltern nicht recht war, liegt auf der Hand. Meine Frau verfasste deshalb noch am nächsten Tag zusammen mit mir ein Protestschreiben, das auch von vielen anderen Eltern unterschrieben wurde und intern an die Vereinsführung übermittelt wurde. Wie sich bei einer Aussprache mit Herrn Graf und Herrn Hammer später herausstellte, hätte der Trainer für diesen Tag eigentlich gar keinen Elternabend einberufen sollen, weil die Kantine ja eigentlich für das Spanferkelessen reserviert war. Außerdem wurde berichtet, dass die Veranstaltung dem Verein eine schöne Stange Geld brachte.

Die linken Mitglieder der Frauenmannschaft waren nicht ganz so diplomatisch. Vielmehr riefen sie zu einer Gegendemonstration im Rahmen des kommenden Heimspiels auf. Der Verein ist gemäß den Bestimmungen des Wiener Fußballverbands verpflichtet für Ordnung bei Heimspielen zu sorgen und Zuschauerausschreitungen entgegenzuwirken. Um dieser Verpflichtung nachzukommen, organisierte der Verein angesichts der drohenden Demonstration einen Ordnerdienst. Über die weiteren Vorfällen im Rahmen dieses Heimspiels, will ich hier nichts sagen, weil ich erstens nicht dabei gewesen bin und zweitens hier sicher zwei radikale Positionen aufeinandertrafen.

Als Martin Graf nach den Nationalsratswahlen 2008 zum 3. Nationalratspräsidenten gewählt wurden, protestierte die politische Linke in Österreich (zu Recht). Die Döller-Müll-Damen hielten in ihrer Funktion als Spielerinnen bzw. Kapitäninnen der Frauenmannschaft von Hellas Kagran eine Pressekonferenz im Hellas-Dress ab, in der sie übel gegen den Präsidenten, Martin Graf wetterten.

Hellas Kagran reagierte, wie wohl die meisten Vereine reagieren würden: Wer den Verein oder dessen Funktionäre öffentlich angreift, ohne zuerst interne Gremien zu befassen, schädigt den Verein und wird ausgeschlossen. Dieser Ausschluss ging dann etwas tendenziös durch viele Medien, wobei sich besonders Der Standard als offzielles Parteiorgan der extremen Linken in Österreich einen Namen machte. Der sogenannte Boulevard (Krone, Österreich…) berichtete wesentlich ausgewogener.

Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass es einem so hohen Repräsentanten der Republik gut zu Gesicht stehen würde, ausgleichend, tolerant und gelassener auf solche politischen Agitationen zu reagieren. Aber das lässt das Ego von Burschenschaftern wahrscheinlich nicht zu.

Wer glaubt, dass nach dem Rauschen im Blätterwald die Geschichte ausgestanden wäre, der hat die Rechnung ohne der extremen Linken gemacht. Schon seit dem Jahr 2000 gibt es eine Verbindung namens Transdanubien gegen Schwarz-Blau. Schwarz-Blau gibt es eigentlich ja schon seit einigen Jahren nicht mehr, deshalb wurde diese Verbindung nun als Vehikel für politische Agitation gegen Hellas Kagran verwendet. Unter anderem wurde auch die Website Weg mit dem Nazidreck ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Initiative wurden Sponsoren von Hellas Kagran kontaktiert und unter Druck gesetzt, den Verein nicht mehr zu unterstützen. Die Initiative rühmt sich damit ja auch auf der Website. Dass damit auch möglicherweise der strafrechtliche Tatbestand der Kreditschädigung erfüllt wird, stört extreme Linke wohl wenig. Wohlweißlich hat man ja auf ein Impressum auf der Website verzichtet. Nur dumm, dass man einen eindeutigen Aufruf namentlich unterzeichnet hat. Unter den Unterzeichnern:

  • Die Grünen Donaustadt
  • Kommunistische SchülerInneninitiative (KSI)
  • KPÖ-Donaustadt
  • Lucia Döller
  • Margarita Döller
  • Irene Müller
  • Ing. Stefan Mackovik

Besonders letzterer ist interessant, da er offensichtlich der Betreiber beider Websites ist.

Politischer Aktionismus in Ehren, doch hat diese Initiative schon einmal bedacht, was ihr Tun für Auswirkungen hat? Warum bemühen sich diese Damen und Herren nicht, den Verein von innen zu ändern, wenn sie so viel am Verein stört? Die Methodik dieser Initiative ist selbst gar nicht so weit entfernt von Nazi-Methoden („Kauft nicht bei Juden!“).

Bei Hellas Kagran spielen gerade in den Jugendmannschaften viele Kinder mit Migrationshintergrund. Von einem rassistischen Verein kann daher nicht die Rede sein. Das Ausbleiben der Sponsorengelder trifft aber auch und wahrscheinlich demnächst vor allem den Nachwuchsbereich. Wenn Nachwuchsmannschaften aufgelöst werden, sind davon vor allem die Kinder von Migranten betroffen. Österreichische Kinder können leicht zu anderen Vereinen gehen, die Eltern werden die längeren Wege halt mit dem Auto zurücklegen. Doch die Migrantenfamilien können ihre Kinder aus zeitlichen Gründen nicht so einfach zu weit weg liegenden Vereinen bringen. Diese Kinder verlieren dann einen sinnvollen Bestandteil ihrer Freizeitbeschäftigung. In der Pubertät werden sie vermutlich in Parks herumlungern und „echte Österreicher“ belästigen, was die Ausländerfeindlichkeit weiter anheizt.

Eine andere Auswirkung der Aktionen dieser links-extremen Initiative ist, dass im Verein aufgrund des ruinierten Rufes fast nur mehr nationale Elemente arbeiten wollen. Von den Linken wird das dann als „Umfärbung“ dargestellt. Dass der neue Kantinenbetreiber, Marcus Vetter, keine Berühungsängste mit der Neonazi-Szene hat, ist ja hinlänglich bekannt. Nicht so bekannt ist aber, dass sich niemand anderer als Kantinenbetreiber gefunden hat. Die Linken hätten ja gerne die Kantine übernehmen können.

Ich fordere die Initiative „Weg-mit-dem-Nazidreck“ auf, ihre Aktivitäten gegen Hellas Kagran auf legale, konstruktive Beine zu stellen. Statt Sponsoren unter Druck zu setzen, sollten diese gewonnen werden, Hellas zu unterstützen. Wenn die Linken dann genügend Sponsoren bringen, bin ich sicher, dass es ein Leichtes wird, den Verein wieder vom rechten Rand in die Mitte zu rücken.

2 Gedanken zu „Linke Politik gegen Rechts: Methoden und Auswirkung

  1. Da hier die Initative „Transdanubien gegen SChwarzblau“ sowie unsere Aktion „Weg mit dem Nazidreck“ direkt benannt und teilweise angegriffen wird, möchte ich mich, als einer der InitatorInnen bzw. als Bereitsteller der Seite zu Wort melden. Allerdings muss ich festhalten, dass ich in dem Fall nur für mich und nicht für die gesamte Initative schreibe.

    Eingangs finde ich es interessant, wie schnell man zur „extremen Linken“ gezählt wird, wenn man gegen die Machenschaften Rechtsextremer auftritt, auch wenn ich den Begriff nicht als Beleidigung empfinde.

    Falsch ist, dass „Transdanubien gegen Schwarzblau“ für die Nazidreck- Initiative „reanimiert“ wurde – wir veranstalten nach wie vor Diskussionen, und ich würde sie einladen, einmal zu kommen, um ihre Positionen darzulegen (nähere Infos auf unserer Seite).

    Was den Hellas Kagran betrifft, möchte ich eingangs erwähnen, dass mich Fussball persönlich überhaupt nicht interessiert, dass ich mir aber sehr wohl ernsthafte Sorgen um dort spielende Kinder und Jugendliche mache, wenn ich sehe, welche Herrschaften (oder „Burschen“) im Vorstand dieses Vereins sitzen. Das soll aber keinesfalls heissen, dass ich den Verein in seiner Gänze als „rechtsextremen“ verunglimpfen will.

    Das sie uns aber eine strafbare Handlung vorwerfen, in dem sie uns der „Rufschädigung“ vorwerfen, kann ich nur zurückweisen. Ich habe den Brief zwar ebenfalls nur gelesen und nicht verfasst, aber darin wird in keinster Weise der Verein diffamiert oder die SponsorInnen unter Druck gesetzt, sondern es wird nur über die Lage im Verein informiert, und die Frage gestellt, ob es sinnvoll ist, einen Verein mit solchen Vorstandsmitgliedern weiter zu unterstützen. Ich frage mich, welches „Druckmittel“ wir überhaupt als Initiative von Einzelpersonen wir überhaupt haben sollen. In dem Brief haben wir weder den Verein als rechtsextrem dargestellt, noch irgendwelche Drohungen ausgestoßen. Uns ist bewusst, dass Hellas Kagran ein ehemals roter, ehrenwerter Verein ist, umso mehr stören uns die Entwicklungen der letzten Jahre was den Vorstand betrifft.

    Wie wir als Gruppe von Einzelpersonen, die alle, entgegen landläufiger populistischer Meinung, im Berufsleben stehen und uns fast ausnahmslos in unserer Freizeit politisch engaieren, neue SponsorInnen gewinnen sollen, müssen sie mir erst erklären. Wir haben uns jedenfalls für eine andere legale der Methode der Information der SponsorInnen entschieden, auch wenn Ihnen die nicht gefällt – andere Vorschläge nehmen wir in jedem Falle gerne in unsere (eventuellen) künftigen Überlegungen zum Hellas Kagran auf, derzeit sind keine weiteren Schritte geplant.

  2. Lieber Herr Machovik!

    Bezüglich der Legalität Ihrer Aktionen gibt es berechtigte Zweifel. Es geht nicht um Drohungen etc., aber es gibt sehr wohl das Delikt der Kreditschädigung. Ob dieses vorliegt, kann und will ich hier nicht beurteilen, weil ich kein Anwalt bin.

    Dass Hellas Kagran ein ehemals roter Verein war, ist richtig. Dass er ehrenwert war, leider nicht. Hellas Kagran wurde unter dem Obmann Rapp leider komplett heruntergewirtschaftet. Mein Sohn hat damals schon dort gespielt, sodass ich das beurteilen kann. Die neue Führung hat immerhin einen wirtschaftlich soliden Sanierungskurs eingeschlagen, der von ihren Aktionen leider massiv gefährdet wird.

    Leider führt der Druck von außen, den Sie ausüben, nicht zum gewünschten Ergebnis, eher zum Gegenteil. Langsam aber sicher wird Hellas Kagran tatsächlich zum Treffpunkt der Neonazis im Bezirk, was im Herbst 2008 noch nicht der Fall war.

    Es ist leider so, dass wenn Sponsoren wie die Firma Ströck abspringen, diese durch andere Sponsoren ersetzt werden müssen. Wegen ihrer Aktionen stammen diese neuen Sponsoren leider dann auch aus dem einschlägigen politischen Lager.

    Ein anderes Problem ist, dass die Jugendmannschaften mittlerweile kaum mehr zu Turnieren im Raum Wien eingeladen werden. Ich befürchte, dass schon im nächsten Jahr die Jugendmannschaften hauptsächlich an Turnieren mit anderen „rechten“ Vereinen teilnehmen werden. Dass damit der politischen indoktrinierung der Kinder und Jugendlichen nur zusätzlicher Vorschub geleistet wird, ist logisch.

    Viel zielführender ist ein Protest von innen. Die Eltern der U12 haben in dieser Saison mehrmals gegen gewisse Aktionen und Entscheidungen der Vereinsleitung protestiert. Zwar wurden unsere Forderungen nicht zu 100 % erfüllt, aber die Vereinsleitung hat uns fast immer die Hand gereicht und sich um einen Kompromiss bemüht.

    Um es also klarzustellen: Ich bin mit Ihren Zielen durchaus einverstanden, allein die Methodik halte ich für komplett falsch. Wie wir Eltern der U12 gezeigt haben, kann man mit Druck von innen ungleich mehr erreichen, sofern dieser diszipliniert, zielgerichtet und kompromissbereit erfolgt.

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