Lehrervertreter als Vorbild für unsere Kinder?

Es ist schon ein trauriges Bild, das die Vertreter der österreichischen Lehrer da abgeben: Pünktlich zum Beginn der Verhandlungen über ein neues Dienstrecht werden heftige, unqualifizierte Attacken gegen BM Claudia Schmied gefahren. Damit sollen Reformen offensichtlich im Keim erstickt werden.

Ich möchte hier jetzt nicht auf die Lehrer hinhauen, wie es manche Medien so gerne tun („Gagenkaiser“). Vielmehr sollten die Lehrervertreter einmal ihre Augen öffnen für die Realität: Das jetzige System produziert einfach einen immensen „Ausschuss“ an wenig qualifizierten Schülern. Betriebe suchen händeringend nach qualifizierten Lehrlingen, doch was z. B. aus den Hauptschulen kommt, kann oft nicht einmal richtig lesen.

Die Schuld wird gerne dem gesellschaftlichen Umfeld, dem schlechten Elternhaus usw. gegeben. Doch das greift zu kurz. Lehrer und Schule können diese Parameter zumindest nicht in adäquater Zeit verändern. Die Gesellschaft ist nun nicht mehr die der 1950er- oder 1960er-Jahre, das Schulsystem aber sehr wohl. Jedes Unternehmen, das nicht untergehen will, muss einfach sein Produkt an das geänderte gesellschaftliche Umfeld anpassen.

Welches Vorbild gibt die Lehrerschaft da den Kindern? Von den Kindern wird Anpassungs- und Lernfähigkeit verlangt. Selbst führt man aber vor, wie man die Anforderungen der modernen Zeit geflissentlich ignoriert und jede Anpassung blockiert.

Es gibt genügend engagierte Lehrer, die gerne neue Unterrichtsmethoden einsetzen. Doch auch diese sind in das enge Korsett des „Regelschulsystems“ gepresst, das Innovationen nur wenig Raum lässt. Letztlich muss ein Lehrer einen starren Lehrplan durchbringen und auf dieser Basis über das Fortkommen des Schülers entscheiden. Das lässt nur wenig Raum für moderne Pädagogik und Didaktik. Hinzu kommt natürlich auch eine gewisse Betriebsblindheit.

Ein breiter öffentlicher Konsens über die Ziele unseres Bildungssystems wäre daher notwendig. Diese könnten in Form einer bestimmten Quote für Akademiker bzw. bestimmten Ergebnissen in internationalen Vergleichsstudien erfolgen. Danach sollte definiert werden, wie ein System aussehen soll, das in der Lage ist, diese Ziele zu erreichen. Das jetzige ist es definitiv nicht. Und dann kann zusammen mit den Lehrervertretern überlegt werden, wie wir dorthin kommen. Die Lehrervertreter sollten statt alle Änderungen zu blockieren lieber Forderungen aufstellen, die ihre Arbeitsbedingungen wirklich verbessern.