Wer gehört zum Mittelstand?

Heute ist eine Studie veröffentlicht worden, gemäß der sich zwei Drittel der Österreicher zum Mittelstand zählen. Die Kriterien, wer der sogenannte Mittelstand ist, sind ja höchst umstritten. Hier meine ganz persönliche Sichtweise:

Zunächst einmal definiere ich den Mittelstand nicht Personen- sondern Haushaltsbezogen. Die Hausfrau oder der Hausmann gehört damit automatisch auch zum Mittelstand, wenn der Verdiener oder die Verdienerin zum Mittelstand gehört. Gleiches gilt für Kinder.

Die Untergrenze des Mittelstandes definiere ich nach den Netto-Haushalts-Einkommen inkl. aller Transferzahlungen (Unterhalt, Familienbeihilfe usw.). Dieses sollte zumindest so hoch sein, dass der Haushalt es nicht vollständig zum Überleben verbraucht. Das bedeutet, dass regelmäßig ein gewisser Teil des Einkommens entweder gespart oder für Kreditrückzahlungen verwendet werden kann. Wobei ich Kredite für Wohnraum hier nicht berücksichtige. Wohnraum ist ja für das Überleben unbedingt notwendig. Wenn man die Sätze der bedarfsorientierten Mindestsicherung als Richtschnur ansieht und ca. 50 % aufschlägt, so liegt die Untergrenze für Einzelpersonen bei einem Nettoeinkommen von ca. € 1.100. Für Ehepaare würde dies dann ca. € 1.600 bedeuten. Für jedes Kind sind dann noch ca. € 400 bis € 450 hinzuzurechnen. Für eine Familie mit zwei Kindern bedeutet das als Untergrenze ca. € 2.500 bedeuten. Nur ein solches Einkommen kann als existenzsichernd angesehen werden.

Doch wo liegt die Obergrenze? Die Obergrenze definiere ich nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Vermögen, das Ertrag bringt. Dazu zählen Wertpapiere, Spareinlagen, Immobilien, sofern sie einen Mietertrag einbringen, aber nicht selbst bewohnte Immobilien. Aktuell kann man eine Verzinsung von großen Vermögen von zumindest 2 % annehmen. Auch hier nehme ich die Sätze der Mindestsicherung als Grundlage, allerdings nur die rohen Sätze, da so große Vermögen hoffentlich besseren Ertrag bringen als 2 %. Für Einzelpersonen liegt daher die Obergrenze bei einem Vermögen von ca. € 450.000. Ab diesem Vermögen ist man gewöhnlich nicht mehr auf ein existenzsicherndes Arbeitseinkommen angewiesen. Für Ehepaare liegt die Grenze dann bei ca. € 650.000. Für jedes Kind kommen dann noch € 150.000 bis € 200.000 hinzu. Die Familie mit zwei Kindern gehört also bei einem Vermögen von etwa einer Million € nicht mehr zum Mittelstand.

Und gehören Sie zum Mittelstand?

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