Frank Stronach und die Wirtschaftskompetenz

Frank Stronach wirbt ja immer so gerne damit, dass er der einzige wäre, der was von Wirtschaft versteht. Dass er den Weltkonzern Magna aufgebaut hat, ist unbestritten. Ob dabei wirklich seine Management-Qualitäten entscheidend waren, oder vielmehr Glück, Beziehungen und ein gerüttelt Maß Korruption Beziehungen, ist zumindest umstritten. Doch nehmen wir einmal an, Frank Stronach verfügt tatsächlich über die genialen Management-Kompetenzen. Warum wendet er diese dann nicht in seinen politischen Forderungen an?

Welches Unternehmen tauscht alle 5 Jahren die Hälfte seiner Belegschaft oder zumindest das mittlere und höhere Management aus? Magna? Ich kenne keines. Was soll also die Forderung, dass Politiker maximal zwei Legislaturperioden im Parlament sitzen sollen? Das würde nämlich genau das bedeuten: Alle 5 Jahre muss mindestens die Hälfte der Politiker dort den Hut nehmen. Und mindestens die Hälfte der Abgeordneten muss sich völlig neu in ihre Materien einarbeiten. Die politische Lähmung wird dadurch sicher nicht bekämpft.

Kommen wir zu einer anderen Lieblingsforderung von Onkel Frank. Eltern sollen die Schuldirektoren wählen. Klingt auf den ersten Blick bestechend. Eltern ist das Wohl ihrer Kinder sehr wichtig. Sie wissen daher wohl am besten, wer der beste Schuldirektor wäre. Abgesehen davon, dass Eltern oft sehr unterschiedliche Auffassungen von Pädagogik haben (als Elternvereinsfunktionär – igitt ein Funktionär! – kann ich ein Lied davon singen), bei welchem Unternehmen wählen die Kunden noch einmal den Firmenchef? Zuletzt war das theoretisch beim Konsum vorgesehen.

Aber auch hier gibt es das Problem der Einarbeitungszeit. In Volksschulen werden jedes Jahr ein Viertel der Schüler ausgetauscht und damit auch die Eltern. Im Sinne der Demokratie müsste also die Schuldirektion zumindest alle 2 Jahre neu gewählt werden. Da kann eine Schule sicher sehr gut ein eigenes, kontinuierliches Profil entwickeln.

Wirtschaftskompetenz sieht jedenfalls anders aus als die Politik des Team Stronach.

Ein Gedanke zu „Frank Stronach und die Wirtschaftskompetenz

  1. Naja, die 5-Jahre-Regel ist in manchen (nicht immer sehr netten) Betrieben durchwegs die Regel, damit will man managementtechnisch verhindern, dass das mittlere Management zu stark wird und ev. eigene Ideen umsetzt oder nicht konkret den Zielen folgt sondern ev. gar eigene Ziele entwickelt. Insofern – ist er damit durchwegs konsequent in der Forderung, sagt es halt net so in der Begründung.

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