Notizen aus dem Raucherparadies Österreich

ZigarettenqualmIch gebe es zu: Ich bin Nichtraucher. Ich bin also jene intolerante, sektiererische Spezies, die keine Lebenslust verspürt und den Tag nur damit verbringt, dem blauen Dunst auszuweichen. Zumindest letzteres könnte sogar stimmen. Denn es ist in Österreich tatsächlich eine Herausforderung, nicht zum Rauchen gezwungen zu werden. Ein paar Notizen aus der letzten Woche.

Raststation St. Marein auf der S6: Diese kleine Raststation besteht aus dem obligatorischen Tankstellenshop ohne Gastronomie und einem direkt angeschlossenen Café mit kleinem Speisenangebot, das als reines Raucherlokal geführt wird. Die Lüftung ist dort so schlecht, dass man vor lauter blauem Dunst kaum die Hand vor den Augen erkennen kann. Ich halte dort, um ein dringendes Bedürfnis zu erledigen und im Tankstellenshop etwas zum Trinken zu kaufen. Um vom Tankstellenshop zum WC oder umgekehrt zu gelangen, muss man durch das stark verrauchte Café gehen – und zwar in voller Länge. Ein Vorraum des WCs kann zwar von der Straße direkt begangen werden, wegen dem starken Andrang ist aber die Tür zum verrauchten Café ständig offen, sodass der blaue Dunst bis in die WC-Kabinen zieht. Zahlreiche Familien mit Kindern halten dort notgedrungen an einem starken Reisetag.

Schigebiet Hauser Kaibling – Planai – Hochwurzen – Reiteralm: Fast alle Schihütten werden als reine Raucherlokale geführt, großteils nicht gesetzeskonform. Die Rauchbelastung ist je nach Tageszeit sehr unterschiedlich. Die Schihütten werden stark von Familien mit teilweise sehr kleinen Kindern frequentiert, die dem Rauch direkt ausgesetzt werden – teilweise von den eigenen Eltern.

Raststation Schottwien auf der S6: Die Kette Landzeit bewirbt ihre Raststationen extra für Kindergeburtstage. Die Raststation hat einen kleinen Raucherbereich, der prinzipiell vom großen Nichtraucherbereich komplett abgetrennt ist. Doch was nützt die Abtrennung, wenn die Türe ständig offen steht? Aufgrund des starken Reisetages sind die Plätze im Nichtraucherbereich sehr begehrt und viele finden keinen Sitzplatz. Familien mit kleinen Kindern sind abermals gezwungen, in den Raucherbereich auszuweichen.

Liebe Raucher unter meinen Lesern: Habe ich als Nichtraucher tatsächlich die Wahlfreiheit, nicht von euren Giften belästigt zu werden? Wie sollte ich mich eurer Meinung nach in den oben genannten Situationen verhalten?

Im Übrigen bin ich für ein totales Rauchverbot in der Gastronomie…

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