Warum es so schlimm ist, wenn Muslime Frauen nicht die Hand geben. Ein offener Brief an Amir El-Shamy

Lieber Amir,

wir kennen uns persönlich, wenn auch nur flüchtig. In der SPÖ Floridsdorf haben wir einige Wahlkampfaktionen gemeinsam durchgeführt. Aber ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen, es könnten mittlerweile 5 Jahre sein. 5 Jahre sind viel. Vor allem junge Menschen können sich in 5 Jahren stark verändern. Auch du hast dich verändert. Doch anscheinend nicht unbedingt zu Positiven, wenn es stimmt, was ich in letzter Zeit, insbesondere in einem Interview im Kurier von dir so lesen musste. Dieses Interview war es auch, das mich zu diesem offenen Brief veranlasst hat.

Mittlerweile bist du nicht mehr Teil unserer Bewegung. Das stimmt mich traurig. Einerseits bin ich froh, dass Menschen mit deinen Ansichten keinen Platz in unserer Bewegung haben. Andererseits macht es mich aber noch viel trauriger, dass Menschen, die in Österreich aufgewachsen, zur Schule gegangen sind, die so gebildet sind wie du, solche Weltanschauungen entwickeln können.

Auf Facebook sind wir noch „befreundet“. Und ich werde dich auch nicht „entfreunden“. Ich sehe Facebook-Freunde nämlich großteils nicht als echte Freunde, sondern mehr als Bekanntschaften. Und bekannt bist du mir ja noch persönlich, obwohl ich nicht sicher bin, ob ich dich noch auf der Straße erkennen würde mit deinem Islamisten-Bart. Ich entferne auch nur selten Menschen mit anderen Meinungen aus meiner Freundes-Liste. Dazu müsstest du schon meine Beiträge mit Unsinn verpesten oder mich persönlich angreifen. Das hast du bisher nicht getan. Ich hoffe, du wirst es auch nicht tun. Gerne bin ich aber zu einer Diskussion mit dir über diesen Brief und dein Interview bereit.

Ich glaube, du hast für dein Leben einen falschen Weg eingeschlagen. Und ich will dir anhand einiger Zitate aus dem oben verlinkten Interview zeigen, warum dieser Weg falsch ist.

Du siehst Frauen nicht als gleichwertig an

Fangen wir beim Kern des Interviews an. Du reichst Frauen nicht mehr die Hand zum Gruß. Das mag als keine große Sache erscheinen, schließlich reiche ich auch nicht jedem oder jeder die Hand zum Gruß. Allerdings mache ich keinen Unterschied zwischen Mann und Frau. Und genau da ist das Problem.

Warum reicht man in unserer Kultur die Hand zum Gruß? Es ist ein Friedenssymbol. Die offene Hand zeigt, dass man keine Waffe hält. Das Schütteln der Hände verhindert, dass man noch im letzten Moment zuschlagen kann. Außerdem ist es eine kulturell akzeptierte Form des körperlichen Kontakts. Körperlicher Kontakt ist wichtig, nicht nur zwischen verheirateten Personen. Wenn wir das Gegenüber spüren, hilft uns das bei der Einschätzung der Lage. Nicht umsonst interpretieren Journalisten aus der Intensität des Händeschüttelns zwischen Politikern oft, wie gut die Beziehung zwischen ihnen ist.

Du begründest deine Verweigerung des Händeschüttelns damit, dass du alle Menschen so respektvoll behandelst, wie du selbst respektvoll behandelt werden willst. Du lässt dabei offen, ob du Frauen nicht die Hand gibst, weil du sie respektvoll behandelst, oder ob du es selbst als respektlos gegenüber dir empfindest, wenn eine Frau dich berührt.

Wenn du Frauen den Händedruck verweigerst, hat das gleich mehrere herabwürdigende Bedeutungen. Du siehst Frauen nicht als gleichwertig an. Frauen können in deinen Augen nicht bewaffnet sein und auch nicht zuschlagen. Das Friedenssymbol Händeschütteln ist daher für dich auch nicht nötig. Du fühlst dich gegenüber Frauen überlegen.

Oder ist es doch die sexuelle Erregung, die mit dem Körperkontakt ausgelöst werden kann? Der Islam sieht ja Männer streng genommen nicht vollwertige Menschen an. Warum sonst müssen Frauen ihre körperlichen Reize möglichst verbergen? Warum sonst ist sogar Händeschütteln zwischen Männern und Frauen verboten? In den Augen des Korans haben Männer ihre sexuellen Triebe nicht unter Kontrolle und müssen vor den Reizen der Frauen geschützt werden. Doch entwertest du dich da nicht selbst als Mann? Ist es nicht der Unterschied zwischen Mensch und Tier, dass wir durch unsere Intelligenz und Zivilisation gelernt haben, unsere Triebe und Instinkte zu kontrollieren? Millionen Männer in der westlichen Welt schaffen das. Warum sollten das muslimische Männer nicht schaffen? Okay, es gibt auch genügend Männer, die Frauen vergewaltigen, aber da dürfte bei Muslimen und Nicht-Muslimen etwa Gleichstand herrschen. Trottel gibt es unabhängig von der Religion. Und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die Anzahl dieser Männer geringer wird.

Ich würde dich in meiner Firma nicht einstellen

Du lebst in Österreich. Und ich hoffe, du wirst auch irgendwann wieder einen richtigen Job haben. Du hast aber ein Problem. Ich würde dich in meiner Firma nicht einstellen, wenn du Frauen den Händedruck verweigerst. Du musst nämlich auch einmal in die Rolle der Frau schlüpfen, der du die Hand verweigerst. Angenommen du kommst in eine Besprechung. Frauen sind in der Minderheit (ja, ist in meiner Branche leider immer noch die Regel). Du gibst allen Männern die Hand, aber den Frauen nicht. Was löst das deiner Meinung nach bei den Frauen aus? Richtig: Sie nehmen an, dass du ihnen nicht so freundlich gesinnt bist oder sie eben nicht als gleichwertig respektierst. Das ist für mich ein Problem, weil ich dadurch Aufträge verliere. Deshalb könntest du nicht bei mir arbeiten.

Aber vielleicht bist du ja der Meinung, dass Frauen ohnehin möglichst nicht im Berufsleben stehen sollten. Schließlich sollten Sie Gott ja möglichst viele muslimische Kinder schenken. Doch mangelnde Familienplanung ist eines der Mega-Probleme unserer Welt. Ressourcen stehen nicht unendlich zur Verfügung. Als die großen Weltreligionen entstanden, sah das noch anders aus. Die Kindersterblichkeit war groß, die Lebenserwartung gering. Und wenn es zu viele Männer gab, begann man Kriege um den Überhang zu dezimieren. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Deshalb müssen wir heute unser Bevölkerungswachstum kontrollieren. Wenn eine Frau 2 – 3 Kinder bekommt, ist das optimal. Nehmen wir einmal an, sie kümmert sich 2 – 3 Jahre um jedes Kind. Was soll sie deiner Meinung nach die restlichen rund 30 – 40 Jahre zwischen Bildungsabschluss und Pension machen? Richtig, sie sollte im Beruf stehen.

Toleranz ist ein Geben und Nehmen

Aber solch logischen Argumenten bist du wahrscheinlich nicht zugänglich. Schließlich ist der Islam für dich ja die „einzig wahre Religion“. Du siehst „den Islam als perfekte Religion“. Merkst du, wie intolerant du geworden bist? Du sprichst anderen Religionen damit implizit die Wahrheit ab. Gleichzeitig nimmst du die Lehren deiner Religion als unwiderlegbare Wahrheit an. Dieses Problem habe ich mit allen religiösen Fundamentalisten, ob es nun Christen, Juden, Muslime oder Pastafari sind. Du entziehst dich damit der Diskussion, die essenziell für unsere Demokratie ist. Gleichzeitig forderst du aber Toleranz für deine Religion ein. Das passt nicht zusammen Toleranz ist ein Geben und Nehmen.

Gleichzeitig unterläufst du auch noch die Trennung zwischen Kirche und Staat. Christlich-soziale Politiker wie die von dir genannte Mikl-Leitner schwört möglicherweise auf christliche Werte und handelt vielleicht manchmal sogar danach (wobei das nach meiner Wahrnehmung seltene Momente sein müssen), aber sie steht eben nicht auf uns sagt, dass der Katholizismus „die einzig wahre Religion“ ist. Als das Katholiken gemacht haben, ist Europa in einen dreißigjährigen Krieg gestürzt, sind Menschen auf Scheiterhaufen verbrannt worden und unsere Zivilisation erlebte finstere Zeiten. Daraus haben wir gelernt. Deshalb sage ich sehr wohl, dass ich es entschieden verurteile, wenn du aufstehst und sagst: „Der Islam ist die einzig wahre Religion.“ Christliche Parteien sagen das nämlich nicht. Sie richten nur ihr Parteiprogramm an christlichen Lehren aus (oder geben zumindest vor, das zu tun). Wenn es nämlich eine einzig wahre Religion gibt, musst du dafür kämpfen. Und dann bist du ein Extremist. Da helfen auch alle Bekenntnisse gegen Extremismus nichts. Und selbst wenn du selbst keine Waffe in die Hand nimmst, du ideologisierst damit andere, die das dann sehr wohl tun. Letztlich trittst du damit in letzter Konsequenz für einen islamischen Gottesstaat ein. Und dagegen werde ich immer und heftig auftreten. Und ich weiß, dass das die Mehrheit der Bevölkerung, egal welcher Partei sie die Stimme gibt, auch tun wird.

Man darf Politiker Hetzer nennen, aber nicht Hassprediger

Dass du Politiker Hassprediger nennst, zeigt auch dein mangelndes Bekenntnis zur Trennung von Kirche und Statt. Man darf Politiker Hetzer nennen. Von mir aus darf man ihnen auch Hass unterstellen. Niemals sind es aber Prediger, denn Prediger sind religiöse Führer. Da besteht ein großer Unterschied. Denn wenn Hetze und Hass mit Religion legitimiert wird, geht die Kontrolle über die Masse verloren. Nicht mehr der Hetzer hat die Masse unter Kontrolle, sondern die Religion begründet den Hass. Das ist viel gefährlicher, weil es den Hassprediger überdauert. Ich kenne keine Politiker in Österreich, der Hetze religiös begründet. Deshalb werde ich auch gegen diese Begriff entschieden auftreten, auch wenn du ihn meinen politischen Gegner umhängst. Das ist nämlich das Wesen der Demokratie: Wenn die Demokratie gefährdet ist, muss ein aufrechter Demokrat sie verteidigen, auch wenn das die Verteidigung des politischen Gegners bedeutet.

Deine Intoleranz zeigt sich auch in deinen abfälligen Äußerungen über Nicht-Muslime, mit denen ihr „sogar“ zusammen arbeitet. Das zeigt, dass das für dich nicht selbstverständlich ist. Aber selbst für liberale Muslime, also solche, die deine Ansichten nicht teilen, hast du nur eine abfällig Bemerkung übrig: Als dir die Interviewerin Kritik von liberalen Muslimen vorhält, sagst du nur: „Liberale Muslime sagt alles.“

Ich kann dir kein Paradies versprechen

Ich möchte abschließend noch klar stellen, dass ich gegenüber Muslimen tolerant bin, sofern sie gegenüber unseren hiesigen Sitten und Gebräuchen tolerant sind und die Grundwerte unseres Staates respektieren und unterstützen. Das ist aber bei dir im Moment nicht der Fall. Ich fürchte, ich werde dich mit diesem offenen Brief nicht überzeugen können umzukehren von deinem falschen Weg. Dazu fehlt mir die spirituelle Anziehungskraft. Ich kann dir kein Paradies versprechen. Es war mir aber wichtig, meine Einstellung zu religiösen Fundamentalisten wie dir darzulegen. Ich will mich nämlich nicht für die Bekanntschaft mit dir rechtfertigen müssen.

Dein Roman

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Wochenende im Supermarkt: Kann es gleichberechtigte, streng-muslimische Frauen geben?

Eigentlich war es ja nicht geplant. Aber anscheinend entwickeln sich Supermarkt-Beobachtungen zur Wochenend-Serie in diesem Blog. Dieses Mal beobachtete ich eine Familie offensichtlich muslimischen Glaubens – und war überrascht.

Der erste Eindruck: Ich beobachte eine kleine, zierliche Frau in typisch muslimische Kleider gehüllt. Das Kopftuch verbirgt jedes einzelne Haar, aber das Gesicht war nicht verschleiert. Die Frau war in Begleitung ihres Mannes einkaufen. Der Mann war ungewöhnlich groß, sicher über 1,90 m, und schlank. Er trug einen dichten, schwarzen Bart, der allerdings relativ kurz gehalten war, wie es bei streng gläubigen Moslems nicht unüblich ist.

Das Paar war mit drei Kindern im Supermarkt. Das Älteste war wohl im Volksschulalter, das Mittlere sollte schon in den Kindergarten gehen, während das kleinste noch einen Kinderwagen brauchte. Das Paar sprach miteinander und mit den Kindern eine Sprache, die ich als Arabisch bezeichnen würde. Immer-Blaue würden die Familie wohl ans integrationsunwillige, fundamentalistische Islamisten bezeichnen, die eine Gefahr für die Republik darstellt, weil sie jederzeit zu Terrorakten bereit wäre. Und die Frau würden sie wohl als wenig selbständig, von einem herrschsüchtigen Ehemann unterdrücktes und daher schützenswertes Wesen betrachten.

Doch ich beobachtete weiter. Die Frau erwies sich noch als noch recht jung. Ich schätze sie auf Ende 20. Die Frau machte alles andere als einen unterdrückten Eindruck. Mit knappen Worten kommandierte sie ihren um vieles größeren Mann herum, der bereitwillig Sachen in den Einkaufswagen schlichtete. Die Kinder waren auch wohlerzogen. Im Vergleich zu vielen anderen Kindern im Supermarkt quengelten sie nicht herum, sondern waren ruhig und halfen sogar mit. Und das ganz ohne Dauerkauen oder –lutschen. Die Frau führte ein strenges, aber durchaus liebevolles Regiment.

Wenn ich da an so manche österreichische Frau mit knappen Röckchen denke, deren einziger Lebenszweck die permanente sexuelle Bereitschaft gegenüber ihren Macho-Männern zu sein scheint, erscheint mir diese muslimische Frau um einiges emanzipierter. Vermutlich muss der Mann zu Hause auch kräftig im Haushalt mithelfen.

Was lernen wir daraus? Gleichberechtigung in der Partnerschaft ist keine Frage des Glaubens und schon gar keine Frage der Bekleidung. Es ist und bleibt eine Frage von Erziehung, Bildung und Persönlichkeit. Und Vorurteile erweisen sich bei genauerem Hinschauen allzu oft als falsch.

Eine unheimliche Begegnung in der Moschee

220px-Moschee_Wien[1] Ich bin im 20. Wiener Bezirk aufgewachsen, nahe der Floridsdorfer Brücke. Von meinem Zimmer hatte ich damals relativ freien Blick zur Donau. Ich war damals auch viel mit dem Fahrrad unterwegs. Mein “Revier” war vor allem die Donauinsel und die beiden Dämme zwischen der Nordbrücke und der Reichsbrücke, sowie der Donaupark. Es gibt nur wenige Gebäude in diesem Teil Wiens. Doch ein ganz besonderes zog mich immer magisch in seinen Bann: das Islamische Zentrum Wien, vulgo “die Moschee” am Bruckhaufen.

Die schneeweißen, sauberen Mauern mit ihren schlichten Verzierungen, die erhabene Kuppel und nicht zuletzt das elegante Minarett, das auf mich wie ein erhobener Arm wirkte. Ich fuhr mit dem Fahrrad sehr gerne in den Donaupark. Ich hätte über den Damm am Handelskai oder über die Donauinsel fahren können. Doch ich nahm, soweit ich mich erinnern kann, fast immer den Weg über den Hubertusdamm, wo ich direkt an der Moschee vorbeifuhr. Logisch kann ich das nicht begründen. Der Anstieg auf das letzte Stück der Brigittenauer Brücke, die in der Folge in den Donaupark führte, war vom Hubertusdamm aus der steilste. Und ich ließ auf dieser Route die Gelegenheit aus, die Schiffe auf der Donau zu beobachten. Es muss also die Moschee sein, die mich anzog.

Eines Tages, ich war zwischen 12 und 14 Jahre alt, es muss also zwischen 1986 und 1989 gewesen sein, war ich mit einer Schulfreundin unterwegs. Sie war anscheinend ebenso fasziniert von dem schönen, aber exotisch wirkenden Gebäude. So beschlossen wir, uns das Gebäude einmal etwas näher anzusehen. Wir stellten also unsere Fahrräder ab und schlichen um das fremdartige Gebäude. Dabei versuchten wir durch die wenigen Fenster einen Blick ins Innere zu erspähen. Doch es war dunkel in der Moschee, also sahen wir nicht viel. Als wir in der Nähe des Eingangs waren, kam plötzlich ein bärtiger Mann heraus und sprach uns an. Wie Kinder so sind, erschraken wir zunächst furchtbar, weil wir Angst hatten, der Mann würde uns verjagen. Doch das Gegenteil war der Fall: Der Mann fragte uns, ob wir nicht hereinkommen wollten und er bot an, uns die Moschee zu zeigen. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen.

Natürlich mussten wir die Schuhe ausziehen, was uns aber sehr leicht viel. Denn im Inneren warteten flauschige Teppiche auf uns. Genau kann ich mich an den Innenraum nicht mehr erinnern. Die Moschee wirkte fremd, aber doch vertraut auf uns. Vertraut deshalb, weil durch die Teppiche und die reichen Verzierungen an den Wänden ein gutes Stück Wohnlichkeit herrschte, ganz anders als katholische Kirchen, die mit ihren kalten Böden und Wänden und ihren harten Bänken, nicht gerade zum Verweilen einladen. Der Mann zeigte uns nicht nur zahlreiche Räume, er erklärte uns auch wichtige Grundlagen des Islam in perfektem Deutsch.

Ich schätze, dass wir eine gute Stunde in der Moschee verbracht haben. Es war ein Erlebnis, an das ich mich auch heute noch gerne erinnere. Auch heute noch empfinde ich die Moschee als eines der schönsten Gebäude des an Sehenswürdigkeiten nicht gerade gesegneten Floridsdorf (sorry an alle Floridsdorfer!).

Das Islamische Zentrum wurde übrigens 1978 durch den damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger unter Anwesenheit von Bruno Kreisky und zahlreichen anderen hohen Vertretern Österreichs eröffnet. Wäre es heute noch denkbar, dass eine Moschee durch Bundespräsident oder Bundeskanzler eröffnet wird? Wäre es heute noch möglich, eine Moschee nur einen Steinwurf von idyllischen Einfamilienhäusern und Kleingärten mitten in einem Erholungsgebiet zu errichten, ohne dass sich gleich eine hasserfüllte Bürgerinitiative dagegen bildet? Ich glaube, dass die Anrainer in den 1970er und 1980er-Jahren stolz auf die lokale Sehenswürdigkeit waren. Was hat die Änderung in der öffentlichen Meinung bewirkt? Warum werden Moscheen heute anscheinend von einer Mehrheit abgelehnt?

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass das islamische Zentrum Wien nach wie vor jederzeit Besuchern in korrekter Kleidung offen steht. Bei Voranmeldung erhält man auf jeden Fall eine Führung und dadurch vielleicht einmal einen anderen Blick auf den Islam.